Ikea und die Styropor-Alternative

Das hat mir gerade noch gefehlt: Ich muss meine Meinung über Ikea überdenken. Bisher bestand diese darin, dass sich der schwedische Riese vor allem mit Abkupfern von Topdesign-Produkten, Mitarbeiter und Kunden duzen sowie erstere sozial ausbeuten, illegal geschlagenes Urwaldholz einsetzen, Schadstoffe in Möbelmaterialen verwenden und so weiter in dieser Tonart, auszeichnet.

Jetzt lese ich auf utopia.de, dass die Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung von Ikea (ja – die soll es geben….) in Großbritannien Pilzfasern als alternatives Verpackungsmaterial anstatt Styropor ins Auge gefasst hat.

Sehen wir uns kurz das Produkt Styropor an. Recycliert wird es vor allem durch Zerkleinern und thermische Aufbereitung. Allerdings sind damit ein paar Probleme verbunden, die uns zur Reduktion dieses Stoffes anregen sollten:

Durch die geringe Schüttdichte entstehen enorme Transportkosten.

Verschmutzte Teile sind nur mehr thermisch aufbereitbar.

Flammschutzmittelhaltige Zusätze im Schaumstoff werden zu anderen Produkten weiterverarbeitet und damit gelangt z.B. Brom in Verpackungen.

 

Landet Styropor auf der Deponie oder gleich in der Natur (Stichwort – Plastikmeer), dann bleibt das auch eine lange Zeit so. Biologisch nicht abbaubar, zerfällt es in kleine Brösel und findet sich dann z.B. in Mägen von Fischen und Vögeln. Dass es nach wie vor zur Gebäudedämmung munter eingesetzt wird, ist uns allen bekannt und passiert trotzdem.

 

Zurück zu Idea und der Alternativ-Verpackung aus Pilzfasern:

Wie entstehen diese Pilze? Sie werden auf landwirtschaftlichen Abfällen wie Maisblättern und Hülsen gezüchtet. Von den Pilzkulturen wird der Abfall innerhalb von Tagen zu einer leichten, stabilen, grauen Masse verbunden, die in Form gebracht und getrocknet wird. Durch das Trocknen stoppt der Pilz sein Wachstum. Die Form bleibt erhalten. Eingesetzt wird diese “Pilzverpackung” bereits vom Computeranbieter Dell. Diese natürliche Verpackung kann rasch – innerhalb weniger Tage – in der Natur abgebaut werden, die Rest können auch als Blumenerde genutzt werden.

Bleibt nur zu hoffen, dass diesmal Ikea abgekupfert wird, in Sachen Styropor-Ersatz!

Wer noch mehr zum Thema Pilzverpackung anstatt Styropor lesen möchte, findet vom amerikanischen Hersteller ECOVATIVE nähere Informationen:

giy.ecovativedesign.com

Energieautarkie – gibt es die?

Inmitten der Caldera de Taburiente auf der kanarischen Insel La Palma liegt ein Nationalpark-Haus, das ständig von Rangern besetzt ist. Es ist ein strahlender Tag und wir betreten vorsichtig das dunkle Innere des Ausstellungsraumes. Ein ziemlich eingemummter junger Mann mit dunklen Augen sitzt an seinem Bürotisch und arbeitet. Plötzlich wendet er sich in einem Gemisch aus Deutsch-Englisch an uns. Ob wir wüssten, wo diese energieautarke Stadt in Deutschland sei. Wir versuchen unsere Weisheiten hervorzuholen. Doch da kommt nicht allzu viel Brauchbares. Wir empfehlen Google zur Informationsverdichtung. Das Thema energieautarke Stadt oder Gemeinde lässt mich nicht mehr los. Allerdings ist unser Internetzugang in den Bergen nicht zum Surfen geeignet. 

Einige Tage später sitze ich im Flugzeug, es geht wieder nach Hause. Da entdecke ich in einem der Bordmagazine eine hübsche Reportage über Hiero, eine ganz kleine Insel, sehr windig und vor nicht all zu langer Zeit gab es dort einen Vulkanausbruch. Hiero hat sich für die helle Seite der Macht entschieden: Mit dem Einreichtitel “Mensch und Biospäre” überzeugten die Hieros und wurden als gesamte Insel zum Biosphären-Reservat geadelt. Grüne Politik als Überlebensstrategie, gut unterfüttert durch Windkraft, Solar-Photovoltaik und Biogasanlagen. Die Insel mit rund 5000 Einwohner – und damit die kleinste der Kanaren – gilt als energieautark. Es ist nicht ganz einfach, Hiero zu besuchen, dennoch steht es ab jetzt auf meinem Reise-Wunschzettel.

Zuhause wühle ich im Netz: und ja, es gibt in Deutschland ein ganz kleines Dorf nahe Berlin, Feldheim hat knapp 150 Einwohner, das als energieautark bezeichnet wird. Mit Biogas, Windräder und einem Solarpark speist es fröhlich ins allgemeine Netz ein und verkauft laut Eigenangaben 99% seiner Windenergie. Na, das hat was.

Im österreichischen Burgenland ist Güssing als Vorzeige-Energiegemeinde seit längerem bekannt. Obwohl nicht wirklich autark, so verfügt die 4000 Einwohner große Gemeinde über ein Heizkraftwerk, ein Biomasse-Kraftwerk und Photovoltaik. Windenergie wurde aufgrund zu geringer Nutzungsmöglichkeit nicht realisiert.

Güssing ist nicht die einzige Gemeinde in Österreich, die wirklich mit viel Kraft in eine ökologisch attraktive Richtung geht. Unter dem Begriff “klimaaktiv” lässt sich Einiges an vorzeigbaren Gemeinde- und Regionsaktivitäten finden. Zudem gibt es direkt bei uns ums Eck die Energieregion Donau-Böhmerwald, eine Initiative, die 41 Gemeinden mit voller Kraft in Richtung saubere Energie bringen will.

Es stimmt: Viel ist noch zu tun, doch Einiges ist bereits getan, das uns in eine leisere, genügsamere und einfühlsamere menschliche Zukunft führen kann.

Weniger Plastik im Alltag

Gar nicht so schwer, stelle ich im Selbstversuch fest.

Und nein, so ganz ohne schaffe ich es beileibe nicht. Frei nach der Devise ” Besser ein wenig nachhaltiger leben als nur ignorant zu sein!” habe ich beschlossen, zuerst mal die einfacheren Plastik-Alltagsfallen zu erkennen und diese zu meiden.

“Anständig konsumieren” ist mit Nachdenken vor Einkaufen verbunden, deshalb hier meine persönliche Liste. Bei dieser hat mir ein Blick auf die Website von UTOPIA.DE sehr geholfen.

 

Coffee to go:

Thermo-Cup anstatt Wegwerf-Becher.

Wenn es denn schon Kaffee zum Mitnehmen sein muss, halten Sie Ihren Thermo-Cup bereit. Aus eigener Erfahrung weiß ich um die Disziplin, die angeblich das halbe Leben sein soll. Na ja, ein gutes Vierterl tut’s auch!

Also ein wenig üben und schon wandert der Cup in Ihre Tasche und ist bald Langzeitbegleiter von Taschentuch, Autoschlüssel und Geldbörse.

 

Seifenspender ade

Naturseifen machen hier das Rennen.

Flüssigseife hat Vorteile, keine Frage. Nur wird diese ausschließlich in Plastikbehälter transportiert. Auch wenn Sie zuhause Ihren Keramik-/Glasspender befüllen. Ich bin längst auf Naturseifen umgestiegen. Auch Haarseife kann ich empfehlen.

 

Leitungswasser statt Plastikflasche

Glasflaschen waren vorher da.

Nicht wirklich neu, doch noch immer weitestgehend nicht umgesetzt: Wir können in Österreich und Deutschland auf gutes Trinkwasser aus der Leitung zurück greifen. Das ist eigentlich hinlänglich bekannt. Pet-Flaschen dagegen können Spuren von Hormon ähnlichen Stoffen abgeben, die als Weichmacher genutzt werden. Das ergab jüngst eine Studie aus Deutschland und Italien.

Was hindert Sie dann eigentlich daran, Glasflaschen für unterwegs mit Leitungswasser zu befüllen?

 

Milchprodukte im Glas

Plastikbecher lassen sich vermeiden.

Joghurt, Rahm und Milch gibt es im gut sortierten Lagerhaus, im Biohof Achleitner, in Bio-Märkten und auch im klassischen Supermarkt.

Ja, es bedeutet mehr Handling, Milchprodukte im Glas zu kaufen. Und man sollte aufgrund des hohen Verpackungsgewichts darauf achten, regionale Anbieter zu wählen.

 

Gemüse und Obst ohne Plastik-Verpackung

saisonal und regional

Ein System zu erkennen, setzt meist voraus, es von außen zu betrachten. Das ist beim Thema “Frisches Obst und Gemüse” leicht. Stellen Sie sich ein Paprikafeld vor. Die reifen Früchte werden gepflückt, in Kisten gelegt und auf den Markt gebracht. Sie besuchen den Markt und schwupp – sind einige Paprikas in Ihrer Einkaufstasche gelandet. Ganz ohne Plastikverpackung.

Bei Gemüse und Obst empfiehlt sich eben der Weg zum Wochenmarkt, zum Bioladen – selbstverständlich mit Einkaufstasche oder -korb – oder Sie bestellen sich eine Frischfrucht-Kiste eines regionalen Anbieters.

 

Keine Fertiggerichte

…. wenn Sie sich selbst wirklich mögen…

 

Als Genuss-Orientierte steht für mich außer Zweifel: Fertiggerichte kommen mir nicht ins Haus. Lieber esse ich Kartoffel mit Salz und Kräutern, einem Schuss edlem Öl und Salat, bevor ich Plastik-verschweißte Lasagne in meine Nähe lasse. Voll künstlicher Zusatzstoffe, von findigen Fooddesignern entwickelt, mit schönen Images bedeckt und dann als Hausmannskost präsentiert: Nein – danke!

 

Lokalaugenschein beim neuen Linzer HOLIS:

In der Konrad Vogel-Straße geht’s jetzt auch ohne Verpackung. Früher wurden hier Bankgeschäfte getätigt, heute wird eine Mischung aus Markt und Greißlerei geboten. Verpackungsfrei und nachhaltig es es allemal. Überzeugen Sie sich selbst. Fleisch und Wurst ist derzeit noch nicht im Angebot, dafür eine ganze Menge anderer Lebensmittel.

 

 

Linz und die “grüne Mode”

Nicht nur Ars Electronica und Brucknerfest lassen Linz ganz schön jung aussehen: Auch die schon zum 8.mal stattfindende Wearfair – veranstaltet in der Tabakfabrik –  trägt etwas zum flotten Aussehen der Stahlstadt bei. Eine Messe, die sich ganz klar auf die “helle Seite” stellt. Schon am Donnerstag wird die Vorpremier des Films “Landraub” im Movimento gezeigt. Mit aufwühlenden Inhalten zu ganz aktuellen Themen.

Cooles Teil aus Bio-Baum- und Schurwolle

Zurück zur Wearfair, bei der der Name gleichzeitig Programm ist. Neben kleinen und oft auch feinen Modelabels fallen vor allem grüne Geldinstitute, Ökostromanbieter, E-Mobility und Öko-Lebensmittler auf. Beim Rahmenprogramm setzt man heuer auch auf Sportlichkeit. Am 20.9. können alle beim 1.Linzer FairnessRun antreten – die Premier steht unter dem Thema “Weil es nicht egal ist….” (unter welchen Bedingungen und mit welchen Methoden Sportbekleidung inkl. Schuhen hergestellt wird). Gelaufen wird ab 10.00 Uhr und maximal 5 Kilometer. Auch Nordic Walker und Zweier-Staffeln sind zulässig. Ist doch ein schönes Sonntagsprogramm!

Und wo – außer im Netz ist die junge, attraktive und faire/grüne Mode erhältlich? Das hat Frau besonders interessiert. Und ich bin eine Teilerin: Die Bundeshauptstadt hat die Nase vorn, eh klar. Doch auch Linz kann ganz gut punkten: Capricorn Kristall (Altstadt 17 – leider keine Website), Ethnically Correct Outfits (Goethestraße 3), Götting des Glücks (Herrenstraße 2), Greenfeel (Herrenstraße 7), Kukuruz (Mozartstraße 17), Masi (Waltherstraße 17), Weltladen (Pfarrplatz 8) und Xiling (Rainerstraße 15a) – das ist meine ganz persönliche Auswahl.

Was mir an der Messe schon im Vorhinein gefällt? Aussteller, Organisatoren, Unterstützer – sie tun alle etwas dafür, dass wir genussvoll und fair leben können – Pragmatismus & Weltbessermachen – passt gut!

Industrielles Speise-Eis: Gedankenloser Genuss

Mein Lieblingseis – wenn es im Sommer schnell gehen muss – heißt Magnum-Mini. Bevorzugt mit Mandeln. Als mündiger Konsument(!) sehe ich mir die vermeintlichen hauptsächlichen Inhaltsstoffe an: Vanilleeis, Milchschokolade, Mandeln. Diese machen tatsächlich lt. Quelle Codecheck ganze 33% aus. Was befindet sich also noch in meinem braunen Lieblingslutscher?

 

Jetzt beginnt der nicht so gschmackige Teil:

Johannisbrotkernmehrl als Gelier- und Verdickungsmittel, ein Stabilisator dazu. Das scheint unter unbedenklich auf.

Die verwendeten Emulgatoren – Speisefettsäuren – dagegen, die auch tierischen Ursprungs sein können, Ammonphosphatide und weitere Zungenbrecher lesen sich da nicht mehr so vertrauenerweckend. Als schlussendlich das unvermeidliche Palmöl auftaucht und seine ganzen bedrohlichen Konsequenzen Regenwaldzerstörung, Auslöschung ganzer Orang-Utan-Populationen auf Sumatra und Borneo, indigener Völkermord und Klimaveränderung, vergeht mir der Griff ins Gefrierfach zum kleinen Braunen.

Wie kann die Alternative aussehen:

Bioeis – viel Geschmack samt gutem Gewissen

Bei uns gibt es Biobauern, die feines Speiseeis, abgefüllt im Becher, herstellen. Mit Zutaten wie Milch, Obers und echten Früchten. Zu kaufen – nicht nur im Lagerhaus St.Martin. Für mich also ganz einfach.

Weniger Schokolade, gehärtet mit Palmfett, dafür mehr echter Geschmack.

Der Sommer kann/soll nun kommen!

Genossenschaft neu: Gemeinsinniges Wirtschaften

Heini Staudinger ist sicher einigen von uns bekannt. Der Waldviertler Rebell, der als Schuherzeuger mit Hilfe von privaten Darlehen von Freunden und Kunden ein grundsolides Unternehmen leitet: Gea. Als er auf dem Radar der Bankenaufsicht gesichtet wurde, brachte das unliebsame Bekanntheit über die Grenzen von Österreich hinweg. Dass seine nahe Schrems produzierten “Waldviertler” eine immer größere Fangemeinde kriegen, ist auch der hervorragenden Qualität der kompakten Treter zu verdanken. Nicht nur der unbeugsamen Haltung seines “Schöpfers”. Vor kurzem wurde Heini von der FMA zu Euro 2.626,00 Strafe verdonnert. In der neuesten Ausgabe seiner Zeitschrift “Brennstoff” schreibt er unter “Gerechtigkeit ist eine Säule der Demokratie. Übrigens: die zwei Manager vom Hedgefonds “Superfund” wurden (mit demselben Vorwurf, bloß ging es um 400 Millionen Euro) zu einer Geldstrafe von jeweils Euro 500,00 verurteilt (Vgl.: bei mir ging es um 3 Mio. Euro)”.

 

Anstatt verbittert und frustriert, ist der umtriebige Selbständige/Denker gerade am Organisieren eines Symposiums mit dem Titel “Pfingstsymposium – Gemeinsinniges Wirtschaften”. Dazu hat er eine illustre Runde an ImpulsgeberInnen eingeladen:

Von der Kulturkritikerin Marianne Grönemeyer über den Soziologen und Mitbegründer von “Future Zwei” Harald Welzer und Martha Toledo aus Mexiko, die in der matriachal geprägten Wirtschaftswelt der Zapotheken zuhause ist, bis hin zur Abendunterhaltung mit Roland Düringer spannt sich ein überaus interessanter Menschenbogen.

Das Kernthema ist eine neue Genossenschaft im modernisierten Sinne anzudenken und konkret zu entwickeln. Um das dumpfe Gefühl des Ausgeliefertseins an eine international agierende Finanzwirtschaft, die nach eigenen Regeln spielt, los zu werden, selbst wieder bestimmen zu können, unsere Sinnhaftigkeit im Leben nur ja nicht zu verlieren.

Und um Sinn in unserem Leben geht es die ganze Zeit. So schrieb schon Viktor Frankl: “Die Sinnfrage weist auf ds zutiefst Menschliche hin, auf das Verlangen des Menschen, Leben zu verstehen und es als Person nach seinen eigenen Werte zu gestalten.” und weiter: “Es ist keine Schande, sein Ziel nicht zu erreichen, aber es ist eine Schande kein Ziel zu haben.”

Heini Staudinger mit seinem verschmitzen Lächeln un seiner unbeugsamen Haltung sorgt dafür, dass eine bereits in die Jahre gekommene Idee – die Genossenschaft im weiteren Sinn – neu belebt wird. Er sich noch huschhusch zum Symposium anmelden möchte, der kann das unter:

w4tler.at/symposium

 

Mein eigenes Bio-Gemüse ziehen: Morgentau macht’s möglich!

Eigenes Bio-Gemüse schmeckt einfach besser!

Als ich das erste mal von den Morgentau-Gärten las, dachte ich an die Urban Gardening-Projekte der Stadt Linz. Das trifft jedoch den Kern von Christian Stadlers Idee nicht ganz. Morgentau stellt Flächen, professionelle Bodenaufbereitung, Beratung, Gartengeräte und Jungpflanzen zur Verfügung. Alles Bio, versteht sich!

Die Pioniere in Sachen “Stadtgarten-Sharing” mit Flächen von 40m2- und 60m2-Einheiten bieten diese derzeit rund um Linz an. Wels und Steyr sind in Planung. Und so soll es funktionieren: Bei den Mitte April geplanten Auftaktveranstaltungen – hoffentlich spielt das Wetter mit – werden die Regeln erklärt und die Flächen übergeben. Diese sind dann bereits professionell aufbereitet und mit rund 10 Gemüsekulturen vorbepflanzt. Jetzt kommt der Neo-Biogärtner/die Gärtnerin ins Spiel: mit pflegen, jäten, ernten und genießen. Das erste eigene Biogemüse verarbeiten begeistert sicher! Durch die Parzellenübernahme erwirbt man sich auch gleich das Vormietrecht für kommendes Jahr. Über die gesamte Pflanzsaison hinweg bis in den November stehen die Morgentau-Gärtner immer mit Rat und Tat zur Seite.

Wer ist der Kopf hinter der Pionieridee? Christian Stadler, seines Zeichens Bio-Gemüse-Bauer in Hofkirchen. Bereits in den 80-iger Jahren startete er mit dem Bio-Gemüseanbau. Derzeit beliefert er Spar, M-Preis und einige renommierte deutsche Supermärkte. Mit den Morgentau-Gärten treibt es Stadler jetzt in die Städte, denn dort ist das Bedürfnis groß, sich selbst gesund, günstig und direkt mit dem eigenen Gemüse zu versorgen.

Wer sich noch rasch anmelden will, kann das unter folgendem Link tun: www.morgentaugaerten.at

Die Wiederkehrer

In den vergangenen 40 Jahren schafften anfangs einige wenige Hartnäckige, was uns Hoffnung geben kann: Die Wiederansiedelung verschwundener Wildtiere.

An den drei Beispielen Luchs, Bartgeier und Stör sehen Zweckoptimisten, dass die Welt auch besser wird. Und wenn wir unsere wilde Jägerschaft ein bisschen “verjüngen”, emotional und intellektuell ein wenig beim Reifen unterstützen, dann besteht ja tatsächlich noch Hoffnung darauf, dass sich in einigen Gebieten Österreichs nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Die jüngsten Informationen seitens WWF geben Naturinteressierten Anlass zur Freude.

Mr.Spoke’s tierisches Pendent – der Luchs – gibt in den OÖ.Kalkalpen und in Kärnten, genau gesagt in den Karnischen Alpen, wieder kräftige Lebenszeichen von sich. Eine aus der Schweiz eingewanderte Luchsin sorgte vergangenen Sommer für Nachwuchs. Das Wiederansiedlungsprojekt Österreich ist somit ein gelungenes. Derzeit. Durch die geografische Lage bietet sich unser Bundesgebiet als Genpoldrehscheibe an. Luchse aus Tschechien, Slowenien, Kroatien, Frankreich und Schweiz können sich bei uns gut “daten”.

Zu Unrecht verdammt und – auch deshalb – ihres Lebens und ihrer Lebensräume beraubt, kehren sie jetzt zaghaft und mit Unterstützung menschlicher Hilfe wieder zurück: Die Geier.

Im Nationalpark Hohe Tauern vermeldeten vergangenes Frühjahr Biologen in den Felswänden eines Rauriser Tales das Schlüpfen eines Bartgeier-Jungen. Gut versteckt wurde das seltene Küken mit Aas und zerkleinerten Knochenresten von seinen fürsorglichen Eltern großgezogen. Derzeit dürften sich im gesamten Nationalpark an die 20 Bartgeier aufhalten. Leider fallen immer wieder Tiere bleihaltiger Munition (ja, da sind wir wieder bei unserem Zukunftsprojekt – Jägerschaft neu!) und auch illegalen Abschüssen zum Opfer. Bartgeier sind nicht nur herrliche Tiere – mit einer sensationellen Flügelspannweite bis zu beinahe 3 Meter beeindrucken sie jeden, der mal das Glück hatte, sie life zu sehen  -,sie sorgen auch für die Beseitigung von Aas.

Aus dem feuchten Element gibt es ebenfalls gute Neuigkeiten:

Der Stör, der Fisch des Jahres 2014, ist ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, ein einfacher Knochenfisch. Und wenn sich nicht einige Biologen und Tierfreunde darum kümmern würden, dann würden wir den seltsamen Knochenfisch in Österreich bald nur mehr in verschiedenen Archiven bestaunen können. Früher bot die Donau ausreichend Lebensraum. Jetzt gelten die Störe als die am stärksten vom Aussterben bedrohte Artengruppe der Erde. Vergangenen November wurden deshalb in einem bulgarischen Abschnitt der Donau junge Störe mit Chip versehen, um Wanderung und Laichgebiete besser kennen zu lernen. Ein kleiner Bestand des Knochenfisches ist nahe Aschach in der Donau angesiedelt.

 

 

 

Kernenergie – die saubere Alternative?

Robert Hargraves, Physiker und Buchautor, ist Keyspeaker einiger Kongresse, die seitens der Nuklearwirtschaft finanziert und ausgerichtet werden. Ob China oder seine Heimatnation USA, Robert Hargraves weiß, was er seinen Unterstützern schuldig ist. Aussagen wie “Atomenergie ist nicht nur sauber sondern auch sicher”, bringen uns Ungläubige zum Kopfschütteln. In einem Interview, das der Wissenschaftler dem Online-Ableger von Format vor einigen Wochen gab, bezeichnet er die Österreicher als ängstlich und uninformiert. Und möchte mit seinen Geschichten (!) unseren Horizont erweitern. Genau!

Und so plaudert der Kernkraft-Lobbyist darüber, dass Atomabfälle künftig vermehrt flüssig und damit über die fernen Jahrtausende hin absetzbar sein werden. Hinter uns die Sintflut, die es sicher nicht geben darf. Denn Naturkatastrophen sind in dieser Annahme nicht vorgesehen. Und weiter lesen wir, dass die Kernfusion, bei der weniger Atommüll entsteht, eh die bessere Variante sein wird. Nur Hargraves glaubt nicht so ganz an eine rasche Marktreife. Dann lieber doch auf die Kernspaltung setzen, meint er, denn wir wissen, wie es geht, was es kostet, was es bringt und das mit der Gefahr wird auch schwer überschätzt. Ja, Fokushima ist passiert, aber: “Die existierenden Atomkraftwerke sind relativ (!) sicher – gemessen an anderen Katastrophen, die es in der Geschichte der Menschheit gab”. Wer jetzt nicht beruhigt und nicht mehr uninformiert und ängstlich ist, na dem kann Herr Hargraves auch nicht helfen.

Wir haben einen Vorschlag für diese Herren (Atomkraft ist stark männlich dominiert): Verantwortliche wie politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Geldgeber und Manager rund um das Thema Atomkraftwerke “ja bitte” siedeln sich samt ihren Familien unmittelbar neben den Standorten der relativ sicheren AKWs an. Ebenso werden die Atommüll-Endlager unmittelbar neben den (Luxus-)Anwesen derer positioniert – eh tief unter der Erdoberfläche –  die nicht so uninformiert und ängstlich wie wir sind und deshalb voll und ganz auf die saubere Energie setzen. Über weitere kreative Vorschläge freue ich mich.

Weihnachtsbaumschmuck und das gute Gewissen

Unser Aller-Google-Suchmaschine hat mich hingeführt: Auf die Straße des reinen Gewissens. Wenn es um Weihnachtsbaumschmuck geht. Da finden sich wundervolle Vorschläge zum Selbsthäkeln, Selbstbasteln, Selbstbacken, Selbsttöpfern und – oh Freude –  zum Selbstsägen. Das hat was richtig Handfestes. Also nichts wie rein ins Informationsvergnügen. Weg von den Stroh- und Papiersternen hin zum vorprogrammierten “Finger-Massaker” mit gutem Gewissen!

Die ersten Vorschläge versuche ich auf einer Seite namens ” Helles Köpfchen” zu finden. Davon fühlt sich das Ego angesprochen. Nur der selbstgesägte Weihnachtsschmuck, der bleibt mir verborgen, die Rache des “Hellen Köpfchens”… Dafür lande ich als nächstes auf einer Onlineshop-Seite: Ein ganzes Buch voller reger Anleitungen zur vorprogrammierten Selbstverstümmelung. Schnell überlege ich, wer für dieses Geschenk in Frage kommt und stelle fest: Meine echten Feinde bleiben mir verborgen.

Jetzt komme ich von meiner gewissenhaften Suche nach dem selbst gefertigten Weihnachtsbaumschmuck wieder in ungefährliche Bahnen und lande bei einem YouTube-Video. Hier kann man sich ansehen, wie aus Papier und Filz ein Anhänger gebastelt wird. Total fad. Auch Lebkuchen-Schmuck und Zimtstangen an Goldschnüren zaubern kein Lächeln in mein bemühtes Gesicht. Kleine Schneemänner aus Watte und Papier, Scherenschnittsterne und zum Drüberstreuen noch Rentiere aus Kastanien und Zapfen schon gar nicht.

Meine politisch-korrekte Haltung zum Thema Christbaumdeko bröckelt. Kurz vor der echten Kapitulation streift mich ein Geistesblitz: Ich werde heuer die kleine Fichte mit Papierln “der längsten Praline der Welt” verzieren. Das hat was, jedenfalls im Vorfeld Kalorien….